Oschatzer Unternehmer zeigt typisch deutsches Handwerk

Flüchtlinge besichtigen Bäckerei Taube in Merkwitz

Oschatz: Auf großes Interesse stieß Bäckermeister, Nils Taube als er den in Oschatz untergebrachten Flüchtlingen die typisch deutsche Backkultur erklärte und seine erst vor Kurzem neu eröffnete Produktionsstätte vorstellte. Er beeindruckte dabei nicht nur mit einer hochmodernen Produktionshalle, sondern auch mit seinem persönlichen Anspruch an eine besondere Qualität der Backwaren. Zum Abschluss überraschte Nils Taube mit einem vielversprechenden Angebot für die arbeitswilligen Flüchtlinge.

Wir sind in der glücklichen Lage, uns keine Gedanken über Krieg und Unterdrückung machen zu müssen. Wir leben in einer Demokratie“, mit diesen Worten leitet Nils Taube, Bäckermeister und Geschäftsinhaber der Backhaus Taube OHG in Merkwitz seine Führung durch die moderne Bäckerei ein. Er hat die in Oschatz untergebrachten Flüchtlinge eingeladen, einen typisch deutschen Handwerksbetrieb zu besichtigen. Nur allzu gut kann er nachvollziehen, wie es sich anfühlen muss, wenn man voller Erwartungen und Hoffnungen an ein besseres Leben in Deutschland ankommt, um dann von täglicher Langeweile geplagt zu sein – eine Zeit des ewigen Wartens, zum Beispiel auf die Entscheidung über den gestellten Asylantrag, eine Wohnung, eine Arbeitserlaubnis oder auch einen wohnortnahen Schulbesuch der Kinder.

Das Oschatzer Bündnis für Demokratie, Menschlichkeit und Toleranz ist mit den Sorgen der neu ankommenden Flüchtlinge vertraut und organisiert Angebote zur Integration im Oschatzer Raum. Außerdem soll den Flüchtlingen der Einstieg in unsere Kultur erleichtert werden. Über die Möglichkeit der Besichtigung eines Oschatzer Unternehmens sind die ehrenamtlich Tätigen des Bündnisses besonders erfreut. Bäckermeister Nils Taube verbindet in seinem Backhaus alte Backtraditionen mit modernster Technik. Über seinen erst kürzlich eröffneten Neubau in Merkwitz ist er besonders stolz. Er führt die interessierten Flüchtlinge durch die Produktionshalle mit Lager-, Kühl- und Technikräumen.

Die Asylbewerber erfahren Schritt für Schritt wie typisch deutsche Backwaren hergestellt werden. Beim Rundgang erklärt Nils Taube nebenbei auch, welche Brotsorten die Deutschen besonders mögen. Erstaunt bleiben einige Männer vor den riesigen Mehltanks stehen und machen Fotos von den hochmodernen Maschinen. Besonders beeindruckt sind sie von dem ausgeklügelten System der Gas- und Stromversorgung sowie der Wärmerückgewinnungsanlage.

Wir suchen händeringend Fachpersonal für unser Backhaus, sowohl in der Backstube als auch im Verkauf“, erklärt Taube im Gespräch. Stellenofferten blieben bislang ohne Erfolg. Der Bäckermeister wäre auch gern bereit, Asylsuchende mit einer Arbeitserlaubnis einzustellen oder ausländische Lehrlinge auszubilden. Einige von ihnen haben bereits Erfahrungen in dieser Branche und würden sofort bei ihm anfangen wollen.

Ich habe am eigenen Leib erfahren, wie es ist, wenn man seine Heimat aufgeben muss, um in einem anderen Land neu anzufangen, wenn man auf der Suche nach Akzeptanz, Arbeit und einem besseren Leben ist. Ich war selbst als DDR Flüchtling in einem Auffanglager und habe damals Hilfe und Unterstützung erhalten,“ blickt Bäckermeister Nils Taube zurück.

Bereichert um viel Wissen über die deutsche Backkultur, das vielversprechende Stellenangebot sowie die Akzeptanz durch den Oschatzer Unternehmer verlassen die Flüchtlinge an diesem Tag das Backhaus Taube in Merkwitz.

BroetchenanlageBäckermeister Nils Taube führt den Flüchtlingen die Brötchenanlage seiner Bäckerei vor.

LagerraeumeBesichtigung der Lagerräume der modernen Bäckerei

HandwerksbetriebDie Flüchtlinge freuen sich über die Einladung, einen typisch deutschen Handwerksbetrieb kennenzulernen.

BesichtigungNach der Besichtigung kommt der Oschatzer Unternehmer mit den Flüchtlingen ins Gespräch.

Text & Fotos: M&M Mediation & Marketing

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